Arbeitsstand. „MOTIO“ ist ein Platzhaltername — Marken- und Domainprüfung steht aus.

Vorbeugung & Gesundheitsjahre

Länger arbeiten können, wenn man will.

Der Bewegungsapparat ist unser Kern, weil er die teuersten Fehltage verursacht. Er ist aber nicht das einzige, worauf es ankommt. Diese Seite zeigt alle Themenfelder, die wir abdecken — mit offen ausgewiesener Evidenzstufe und einer ebenso offenen Liste dessen, was wir bewusst weglassen.

Beschäftigter arbeitet gebückt zwischen Lagerregalen

Zum Begriff

Nicht länger leben. Länger können.

„Longevity“ meint im Wortsinn Lebensverlängerung. Darum geht es hier nicht. Das wäre ein Versprechen, das niemand einlösen kann.

Worum es geht, ist die Gesundheitsspanne: die Jahre, in denen jemand funktionsfähig, belastbar und beschwerdearm bleibt. Für ein Unternehmen übersetzt sich das in eine einfache Frage — kann diese Fachkraft mit 58 noch das, was sie mit 45 konnte?

Der Maßstab ist deshalb Funktion, nicht Alter: Kraft, Beweglichkeit, Ausdauer, Belastbarkeit. Alles davon ist messbar, alles davon ist beeinflussbar, und nichts davon braucht ein Wundermittel.

Das ist auch der praktische Unterschied. Ein Programm, das Lebensverlängerung verspricht, wird nie überprüfbar. Ein Programm, das Funktionswerte misst, liefert nach zwölf Wochen eine Zahl — und nach drei Jahren einen Verlauf.

Lesehilfe

Wie wir Evidenz ausweisen

Hinter jeder Maßnahme auf dieser Seite steht, wie gut sie belegt ist. Sie sollen das prüfen können — am besten durch Ihren Betriebsarzt.

  • AGut belegt und praktisch relevantWird angeboten.
  • BWahrscheinlich wirksamWird angeboten.
  • CGemischte oder unzureichende BelegeNur als klar gekennzeichnete Begleitleistung oder als Vermittlung in die Regelversorgung.
  • ENicht belegt, irreführend oder riskantNicht im Angebot — siehe den Abschnitt weiter unten.

Die Themenfelder

Was wir abdecken — und wie gut es belegt ist.

Angeboten wird, was Stufe A oder B erreicht. Stufe C nur als klar gekennzeichnete Begleitleistung oder als Vermittlung in die Regelversorgung.

01 · Bewegungsapparat und Kraft

Unser Kernfeld. Verursacht 20,3 % aller Ausfalltage.

  • AStrukturiertes Krafttraining gegen Muskelabbau
  • ABewegungstherapie bei Rückenbeschwerden
  • AFunktionsdiagnostik: Beweglichkeit, Rumpfkraft, Handkraft
  • AFachärztliche Abklärung bei Gelenkbeschwerden
  • CErgonomieberatung — nur ergänzend, allein zu schwach

02 · Herz, Kreislauf und Stoffwechsel

Die stillen Risiken, die erst spät auffallen.

  • ABlutdruckmessung mit ärztlicher Konsequenz
  • ALipidprofil, bei Bedarf ApoB
  • AKardiorespiratorische Fitness als Verlaufswert
  • AFrüherkennung und Beratung bei Diabetesrisiko
  • BLp(a) einmalig, wenn es eine Konsequenz hat

03 · Schlaf und Erholung

Besonders relevant im Schichtbetrieb.

  • ADigitale Schlaftherapie über verordnungsfähige Anwendungen
  • BScreening auf Schlafapnoe bei Risikoprofil
  • BSchichtplanberatung gemeinsam mit Ihrem Betriebsarzt
  • CSchlaftracking über Geräte — Messgenauigkeit begrenzt

04 · Ernährung und Körperzusammensetzung

Wirksam über die Umgebung, nicht über Appelle.

  • AMediterranes Ernährungsmuster als Orientierung
  • BKantinen- und Automatengestaltung
  • BKörperzusammensetzung als Verlaufswert
  • BErnährungsberatung bei konkreter Indikation

05 · Risikofaktoren

Der größte Einzelhebel überhaupt liegt hier.

  • ATabakentwöhnung — die wirksamste Einzelmaßnahme
  • AKurzintervention zu Alkohol, vertraulich
  • BImpfangebote im Betrieb

06 · Früherkennung

Wir führen sie nicht selbst durch — wir lotsen hinein.

  • ADarmkrebsvorsorge — Aufklärung und Terminvermittlung
  • ALungenkrebsvorsorge bei definiertem Hochrisiko
  • BGesetzlicher Check-up ab 35 — kostenlos, kaum genutzt
  • CHautkrebsscreening — Nutzen umstritten, wir klären auf

07 · Lebensphasen

Zwei Gruppen, die betrieblich kaum vorkommen.

  • AMenopause: ärztliche Beratung und Behandlung bei Indikation
  • BMännergesundheit ab 40 — Vorsorge wird hier selten genutzt
  • BRückkehr nach längerer Erkrankung, mit Belastbarkeitsprofil

08 · Psychische Belastung

Hier sind wir ausdrücklich nicht der Spezialist.

  • AVermittlung in psychotherapeutische Regelversorgung
  • BDigitale Therapieanwendungen bei definierter Indikation
  • CAchtsamkeitskurse — in der größten Studie ohne Vorteil

Liegt Ihr Schwerpunkt hier, sind wir nicht der richtige Anbieter — dann nennen wir Ihnen passendere.

Beschäftigter hebt vorgebeugt eine Last

Der Unterschied

Vorbeugung heißt nicht, allen dasselbe anzubieten.

Ein 34-jähriger Programmierer und eine 56-jährige Kommissioniererin haben nicht dasselbe Risiko. Deshalb steht am Anfang eine Messung und nicht ein Kursprogramm.

Grenzen

Was wir bewusst nicht anbieten.

Vieles, was unter „Longevity“ verkauft wird, halten wir für nicht vertretbar. Das ist keine Zurückhaltung aus Vorsicht, sondern eine fachliche Entscheidung — und Ihr Betriebsarzt wird sie nachvollziehen können.

Ganzkörper-MRT für Beschwerdefreie

Radiologische Fachgesellschaften raten davon ab. Rund 16 % der Befunde sind falsch positiv, und nahezu jeder Mensch hat irgendeine Auffälligkeit. Das Ergebnis sind Angst und Folgeuntersuchungen, nicht mehr Gesundheit.

Genetische Untersuchungen

Im Beschäftigungsverhältnis nach dem Gendiagnostikgesetz unzulässig — und zwar auch dann, wenn alle Beteiligten einverstanden wären. Für dieses Programm hätten sie ohnehin keine Konsequenz.

„Biologisches Alter“

Eine eingängige Zahl mit dokumentiert schwacher Messwiederholbarkeit. Wiederholte Messungen an derselben Person weichen erheblich ab, und eine Handlung lässt sich daraus nicht ableiten.

Mikrobiomtests zur Gesundheitssteuerung

Kommerzielle Tests versprechen individuelle Ernährungsempfehlungen, die sich aus den Daten nicht belastbar ableiten lassen. Fachgesellschaften raten von ihrem Einsatz ab.

Longevity-Nahrungsergänzung

Für die einschlägigen Präparate fehlt der Wirksamkeitsnachweis am Menschen. Zudem verkaufen wir grundsätzlich keine Produkte an Teilnehmende — das ist der häufigste Interessenkonflikt in diesem Feld.

Infusionen, Kältekammer, Sauerstofftherapie

Für die Zielsetzung eines betrieblichen Präventionsprogramms gibt es dafür keine tragfähige Grundlage. Was davon angenehm ist, mag stimmen — wirksam im hier gemeinten Sinn ist es nicht.

Auch das gehört dazu: kontinuierliche Glukosemessung bei Stoffwechselgesunden, Testosterongabe ohne nachgewiesenen Mangel und pauschale Vitaminsubstitution ohne Mangelnachweis. Für alle drei fehlt bei Gesunden der Nutzennachweis.

Nach Lebensphase

Worauf es wann ankommt.

Das Programm ist für alle offen. Die Schwerpunkte verschieben sich aber deutlich — und das Budget wirkt dort am stärksten, wo das Risiko liegt.

Bis 39

Belastungsmuster erkennen, bevor sie chronisch werden. Technik beim Heben, Grundkraft, Rauchstopp. Hier ist der Aufwand am kleinsten und die Wirkung am längsten.

40 bis 49

Der Knick: MSK-Fehltage steigen auf das rund Dreifache. Blutdruck und Lipide werden erstmals relevant. Männer nutzen Vorsorge in dieser Phase am seltensten.

50 bis 59

Muskelmasse und Belastbarkeit halten statt aufbauen. Menopause mit spürbarer Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Gelenkbefunde brauchen jetzt eine Strategie, nicht nur ein Rezept.

60 und älter

Beschäftigungsfähigkeit bis zum gewünschten Ausstieg. Kraft und Gleichgewicht erhalten, Arbeitsplatz an die Belastbarkeit anpassen statt umgekehrt.

Schichtarbeit, alle Alter

Schlaf ist hier der Angelpunkt, nicht Bewegung. Gemeinsam mit Ihrem Betriebsarzt und, wo möglich, mit Blick auf die Schichtplanung selbst.

Nach längerer Erkrankung

Belastbarkeitsprofil statt Bauchgefühl, gestufte Rückkehr, Kontrolle nach vier, zwölf und sechsundzwanzig Wochen. Andockend an Ihr gesetzlich vorgeschriebenes BEM.

Umsetzung

Erst messen, dann verteilen.

Der häufigste Fehler betrieblicher Vorbeugung ist die Gießkanne: Alle bekommen dasselbe, teilnehmen tun die ohnehin Gesunden, und am Ende lässt sich nichts belegen.

Wir drehen die Reihenfolge um. Am Anfang steht ein kurzer Funktionscheck für alle, der aus einer Belegschaft eine Risikostruktur macht. Erst danach entscheidet sich, wer welche der oben genannten Leistungen bekommt — ärztlich, nicht nach Anmeldeliste.

Für Sie heißt das: Der überwiegende Teil des Budgets landet bei den 10 bis 20 Prozent, bei denen es etwas verändert.

Beschäftigte an einer Werkzeugmaschine
Die Kennzahl, auf die es ankommt. Nicht die Teilnahmequote der Belegschaft, sondern die Teilnahmequote innerhalb der Risikogruppe. Nur sie zeigt, ob ein Programm die Richtigen erreicht — und nur sie weisen wir Ihnen deshalb aus.

Fangen wir mit Ihren Zahlen an.

Im ersten Schritt sehen wir uns Ihre Fehlzeitenstruktur an und sagen Ihnen, welche dieser Themenfelder bei Ihnen überhaupt ins Gewicht fallen. Das kostet nichts und dauert etwa eine Stunde.