Vorbeugung & Gesundheitsjahre
Der Bewegungsapparat ist unser Kern, weil er die teuersten Fehltage verursacht. Er ist aber nicht das einzige, worauf es ankommt. Diese Seite zeigt alle Themenfelder, die wir abdecken — mit offen ausgewiesener Evidenzstufe und einer ebenso offenen Liste dessen, was wir bewusst weglassen.
Zum Begriff
„Longevity“ meint im Wortsinn Lebensverlängerung. Darum geht es hier nicht. Das wäre ein Versprechen, das niemand einlösen kann.
Worum es geht, ist die Gesundheitsspanne: die Jahre, in denen jemand funktionsfähig, belastbar und beschwerdearm bleibt. Für ein Unternehmen übersetzt sich das in eine einfache Frage — kann diese Fachkraft mit 58 noch das, was sie mit 45 konnte?
Der Maßstab ist deshalb Funktion, nicht Alter: Kraft, Beweglichkeit, Ausdauer, Belastbarkeit. Alles davon ist messbar, alles davon ist beeinflussbar, und nichts davon braucht ein Wundermittel.
Das ist auch der praktische Unterschied. Ein Programm, das Lebensverlängerung verspricht, wird nie überprüfbar. Ein Programm, das Funktionswerte misst, liefert nach zwölf Wochen eine Zahl — und nach drei Jahren einen Verlauf.
Lesehilfe
Hinter jeder Maßnahme auf dieser Seite steht, wie gut sie belegt ist. Sie sollen das prüfen können — am besten durch Ihren Betriebsarzt.
Die Themenfelder
Angeboten wird, was Stufe A oder B erreicht. Stufe C nur als klar gekennzeichnete Begleitleistung oder als Vermittlung in die Regelversorgung.
Unser Kernfeld. Verursacht 20,3 % aller Ausfalltage.
Die stillen Risiken, die erst spät auffallen.
Besonders relevant im Schichtbetrieb.
Wirksam über die Umgebung, nicht über Appelle.
Der größte Einzelhebel überhaupt liegt hier.
Wir führen sie nicht selbst durch — wir lotsen hinein.
Zwei Gruppen, die betrieblich kaum vorkommen.
Hier sind wir ausdrücklich nicht der Spezialist.
Liegt Ihr Schwerpunkt hier, sind wir nicht der richtige Anbieter — dann nennen wir Ihnen passendere.

Der Unterschied
Ein 34-jähriger Programmierer und eine 56-jährige Kommissioniererin haben nicht dasselbe Risiko. Deshalb steht am Anfang eine Messung und nicht ein Kursprogramm.
Grenzen
Vieles, was unter „Longevity“ verkauft wird, halten wir für nicht vertretbar. Das ist keine Zurückhaltung aus Vorsicht, sondern eine fachliche Entscheidung — und Ihr Betriebsarzt wird sie nachvollziehen können.
Radiologische Fachgesellschaften raten davon ab. Rund 16 % der Befunde sind falsch positiv, und nahezu jeder Mensch hat irgendeine Auffälligkeit. Das Ergebnis sind Angst und Folgeuntersuchungen, nicht mehr Gesundheit.
Im Beschäftigungsverhältnis nach dem Gendiagnostikgesetz unzulässig — und zwar auch dann, wenn alle Beteiligten einverstanden wären. Für dieses Programm hätten sie ohnehin keine Konsequenz.
Eine eingängige Zahl mit dokumentiert schwacher Messwiederholbarkeit. Wiederholte Messungen an derselben Person weichen erheblich ab, und eine Handlung lässt sich daraus nicht ableiten.
Kommerzielle Tests versprechen individuelle Ernährungsempfehlungen, die sich aus den Daten nicht belastbar ableiten lassen. Fachgesellschaften raten von ihrem Einsatz ab.
Für die einschlägigen Präparate fehlt der Wirksamkeitsnachweis am Menschen. Zudem verkaufen wir grundsätzlich keine Produkte an Teilnehmende — das ist der häufigste Interessenkonflikt in diesem Feld.
Für die Zielsetzung eines betrieblichen Präventionsprogramms gibt es dafür keine tragfähige Grundlage. Was davon angenehm ist, mag stimmen — wirksam im hier gemeinten Sinn ist es nicht.
Nach Lebensphase
Das Programm ist für alle offen. Die Schwerpunkte verschieben sich aber deutlich — und das Budget wirkt dort am stärksten, wo das Risiko liegt.
Belastungsmuster erkennen, bevor sie chronisch werden. Technik beim Heben, Grundkraft, Rauchstopp. Hier ist der Aufwand am kleinsten und die Wirkung am längsten.
Der Knick: MSK-Fehltage steigen auf das rund Dreifache. Blutdruck und Lipide werden erstmals relevant. Männer nutzen Vorsorge in dieser Phase am seltensten.
Muskelmasse und Belastbarkeit halten statt aufbauen. Menopause mit spürbarer Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Gelenkbefunde brauchen jetzt eine Strategie, nicht nur ein Rezept.
Beschäftigungsfähigkeit bis zum gewünschten Ausstieg. Kraft und Gleichgewicht erhalten, Arbeitsplatz an die Belastbarkeit anpassen statt umgekehrt.
Schlaf ist hier der Angelpunkt, nicht Bewegung. Gemeinsam mit Ihrem Betriebsarzt und, wo möglich, mit Blick auf die Schichtplanung selbst.
Belastbarkeitsprofil statt Bauchgefühl, gestufte Rückkehr, Kontrolle nach vier, zwölf und sechsundzwanzig Wochen. Andockend an Ihr gesetzlich vorgeschriebenes BEM.
Umsetzung
Der häufigste Fehler betrieblicher Vorbeugung ist die Gießkanne: Alle bekommen dasselbe, teilnehmen tun die ohnehin Gesunden, und am Ende lässt sich nichts belegen.
Wir drehen die Reihenfolge um. Am Anfang steht ein kurzer Funktionscheck für alle, der aus einer Belegschaft eine Risikostruktur macht. Erst danach entscheidet sich, wer welche der oben genannten Leistungen bekommt — ärztlich, nicht nach Anmeldeliste.
Für Sie heißt das: Der überwiegende Teil des Budgets landet bei den 10 bis 20 Prozent, bei denen es etwas verändert.

Im ersten Schritt sehen wir uns Ihre Fehlzeitenstruktur an und sagen Ihnen, welche dieser Themenfelder bei Ihnen überhaupt ins Gewicht fallen. Das kostet nichts und dauert etwa eine Stunde.